Unsere Satzung
Hier geht es zur Satzung unseres Vereins: đVereinssatzung; Stand 28.12.2017
Aufgaben und Ziele
So wunderschön der Rhein-Sieg-Kreis ist, was die Natur, SehenswĂŒrdigkeiten und seine vielfĂ€ltigen kulturellen Möglichkeiten angeht, so schwierig sind seine "ZustĂ€ndigkeiten" zu begreifen. Die Polizei Bonn ist fĂŒr Bonn und Teile des Rhein-Sieg-Kreises zustĂ€ndig, die Polizei Siegburg fĂŒr die restlichen StĂ€dte und Gemeinden.
Sie werden sich bestimmt fragen: An wen muss ich mich nun wenden, wenn ich ein Tier gefunden habe, oder wo finde ich mein entlaufenes Tier wieder? Der Name sagt es schon: Tierschutz fĂŒr den Rhein-Sieg-Kreis e.V.
Wir sind nahezu fĂŒr den gesamten Rhein-Sieg-Kreis zustĂ€ndig (Alfter, Bornheim, Eitorf, Hennef, Königswinter, Lohmar, Meckenheim, Niederkassel, Rheinbach, Ruppichteroth, Sankt Augustin, Siegburg, Swisttal, Troisdorf und Windeck). FĂŒr folgende Gemeinden gelten andere ZustĂ€ndigkeiten: Bad Honnef â Tierschutz Siebengebirge. â THEA e.V. sowie Wachtberg â Tierheim Bonn.
Was heiĂt aber nun zustĂ€ndig? In unserem Fall hat der Tierschutzverein mit den betroffenen StĂ€dten und Gemeinden VertrĂ€ge abgeschlossen, in denen wir uns verpflichten, alle Fund- und Gefahrtiere im Tierheim Troisdorf aufzunehmen. Dieser Dienstleistungsvertrag verpflichtet den Verein an erster Stelle, den rechtmĂ€Ăigen Halter des gefundenen Tieres ausfindig zu machen, was leider nicht immer gelingt.
Eine Chronik
Einleitend sei gesagt, dass es gar nicht so einfach ist die lange und wechselvolle Geschichte unseres Vereins und des angegliederten Tierheims in ein paar SĂ€tzen zusammen zu fassen.
Auf der Jahreshauptversammlung des Kölner Tierschutzvereins von 1868 e.V. im Jahre 1934 wurde angeregt, in Troisdorf einen eigenen Tierschutzverein zu grĂŒnden. Am 21.11.1935 war es dann soweit. Die Ortsgruppe Troisdorf, die dem Tierschutzverein fĂŒr Köln und Umgebung vorlĂ€ufig angeschlossen war, wurde gegrĂŒndet. Der erste Vorsitzende des Vereins war Herr Peter Breidenbach. Er bekleidete dieses Amt von 1935 bis 1955. Die erste ErwĂ€hnung mit dem Namen "Tierschutzverein Troisdorf und Umgebung e.V." findet sich in Unterlagen aus dem Jahr 1940. Da viele Unterlagen aus dieser Zeit durch die Kriegswirren abhanden gekommen sind, kann nicht belegt werden, wann genau unser Verein sich als Ortsgruppe des Kölner Tierschutzvereins von 1868 e.V. löste und selbststĂ€ndig wurde.
Bis zum Krieg hatte der Verein 24 Mitglieder, die sich aktiv den tierschĂŒtzerischen Belangen widmeten. Die Probleme waren hin vieler Hinsicht genau die gleichen, wie wir sie heute noch haben. Tiermisshandlung und Tieraussetzung waren an der Tagesordnung und die wenigen Aktiven setzten sich mit ganzer Kraft fĂŒr die Tiere ein. Aus einem Protokoll der Mitgliederversammlung aus dem Jahre 1942 lĂ€sst sich entnehmen, dass die Mitgliederzahl bereits auf 178 angewachsen war: "... der Verein hat mittlerweile 178 Mitglieder, wovon allerdings durch den Krieg mit seinen vielen Einberufungen nur ca. 100 zahlende Mitglieder sind ...". Die Gesamtsumme der MitgliedsbeitrĂ€ge in diesem Jahr lag bei 267,60 Reichsmark. Einen Löwenanteil dieser Summe machten die ZuschĂŒsse der BĂŒrgermeistereien Troisdorf und Sieglar mit je 50 Reichsmark und Niederkassel mit 25 Reichsmark, die der 1. Vorsitzende Breidenbach als "... korporative Mitglieder..." gewinnen konnte, aus. Was man damals nicht wissen konnte, die Zeiten wurden noch schwerer.
Gerade in den schweren Jahren des Krieges und der Nachkriegszeit hatten die TierschĂŒtzer alle HĂ€nde voll zu tun. FĂŒr uns heute unvorstellbar, vielleicht werden sich die Ă€lteren Menschen noch daran erinnern, dass Hund und Katze in den mageren Nachkriegsjahren begehrte "Leckerbissen" waren und vor dem Kochtopf gerettet werden mussten.
Der Wunsch nach einem eigenen Tierheim, um gequĂ€lten Tieren eine HeimstĂ€tte zugeben, ist bereits frĂŒh in den Unterlagen zu finden. Es dauerte jedoch bis zum Jahre 1955, bis der Grundstein gelegt werden konnte. Dass dies möglich war, ist einer englischen Soldatenfrau, Mrs. Moss, zu verdanken. Sie sammelte eifrig auf den Veranstaltungen der britischen Luftwaffe in Köln. Aber auch dem Engagement von Herrn Breidenbach und Herrn Heinrich Sassenberg (1. Vorsitzender von 1955 bis 1964 und bereits viele Jahre zuvor als 2. Vorsitzender tĂ€tig) ist es zu verdanken, dass unser Tierheim gebaut wurde. Sie kontaktierten die umliegenden StĂ€dte und Gemeinden und baten um UnterstĂŒtzung fĂŒr die BaumaĂnahme. Die Grundsteinlegung fand am 11.02.1955 statt.
Die Bauarbeiten gingen ĂŒber viele Jahre und immer, wenn wieder ein wenig Geld beieinander war, wurde dieses zum Ausbau des Tierheimes verwandt. In den sechziger Jahren konnte dann mit den Mitteln aus einer Erbschaft das erste Katzenhaus gebaut werden. In den siebziger Jahren entstand das doppelstöckige Hundehaus. In den Achtzigern wurde das heutige Katzenhaus gebaut. In den Neunzigern entstand die KatzenquarantĂ€ne, die HundequarantĂ€ne wurde 2001 gebaut, 2008 folgte die Mutter-Welpen-Station (Hellemann-Haus) fĂŒr Katzen, kurze Zeit spĂ€ter das "FIV-Haus" und bis heute finden immer noch weitere BaumaĂnahmen statt.
Bei der Durchsicht der Unterlagen stellte sich heraus, dass es bis weit in die siebziger Jahre, in Köln eine von der Stadt betriebene Abdeckerei gab, in der auch Hunde und Katzen getötet wurden. Die Troisdorfer und die Kölner TierschĂŒtzer setzten alles daran, die Tiere dort weg zu holen und sie in ein neues Heim zu vermitteln. Wie froh können wir hier in Deutschland sein, dass dieser Teil der Geschichte lĂ€ngst der Vergangenheit angehört und dieser Umstand macht auch Hoffnung, dass sich in den LĂ€ndern, in denen diese Praxis auch heute noch gang und gĂ€be ist, vielleicht auch ein Ă€hnliches Bewusstsein fĂŒr den Tierschutz entwickelt, wie bei uns. Aber zurĂŒck zur Historie unseres Vereines.
Die Nachfolge von Herrn Sassenberg traten Herr Grommes und Herr Willi Knobloch an. Herr Knobloch war von 1964 bis zum Jahre 1988 fĂŒr unseren Verein zunĂ€chst als Vorsitzender und ab 1977 als GeschĂ€ftsfĂŒhrender Vorsitzender (Ehrenamt) aktiv. Von 1977 bis 1984 hatte Herr Dr. Paul Losem die Position des 1. Vorsitzenden inne. Er wurde 1984 von Herrn Rechtsanwalt Klaus J. Ennulat abgelöst. Herr Ennulat war zuvor als GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Deutschen Tierschutzbundes tĂ€tig. Im Jahre 1993 wurde er von Herrn Demmer abgelöst, der bis zum Jahr 2000 den Vorsitz fĂŒhrte. In den nun folgenden, teils turbulenten Zeiten, waren Herr Töpperwien (bis 2006), Frau Thul (bis 2008), Herr Albrot (bis 2009), Herr Keilus (bis 2010), Herr Rechtsanwalt Pöller (bis 2011), Herr Herrmann (bis 2014) und Ralf Snyders (bis 2017) die jeweiligen Vorstandssprecher/-innen. Im Dezember 2017 wurde Helga Berben zur Vorsitzenden gewĂ€hlt. 2021 (September) ĂŒbernahm Kerstin Weiser den Vorsitz. Seit 2023 (November) ist Helga Berben erneut Vorsitzende des Vereins.
Den aktuellen Vorstand finden Sie hier: Wir stellen uns vor.
Die Zahl der Mitglieder hat sich in den vergangenen Jahren stets erhöht. Zu Beginn waren es sieben Menschen, die sich zusammen fanden um den Verein zu grĂŒnden. Vor dem Krieg war die Zahl auf 24 angewachsen. Im Jahre 1942 waren es 178 Mitglieder. Nach dem Krieg war die Zahl der Tierfreunde, zunĂ€chst durch die vielen Bombenopfer und Gefallenen, geschrumpft. Anno 1954 war die Zahl wieder auf 220 Mitglieder angestiegen. 1985 waren es bereits 1.700 Menschen, die sich fĂŒr die Ideale unseres Tierschutzvereins begeistern konnten. Heute sind wir stolz, dass fast 3.000 Menschen Mitglied in unserem Verein sind. Damit sind wir der gröĂte Tierschutzverein im ganzen Rhein-Sieg-Kreis.
Im Jahre 2001 wurde erstmals ein sogenannter "Fund- und Gefahrtierpauschalvertrag" abgeschlossen. Heute, im Jahre 2016, haben wir 15 StÀdte und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises als Vertragspartner, mit denen wir einen 10-Jahres-Vertrag, zur Sicherung unseres Fortbestehen auch in den nÀchsten Jahren, eingegangen sind.
Viele Menschen haben dem Verein und dem Tierheim viel ihrer Zeit und ihres Engagements geschenkt, um nur einige zu nennen: Unvergessen bleibt Frau Gehrken, die bis zu ihrem 90. Geburtstag tÀglich im Katzenhaus tÀtig war. Frau Porter, selbst mittlerweile eine Institution im Tierheim, hat lange mit ihr gemeinsam im Katzenhaus gearbeitet. Ebenso unvergessen sind Frau Voss und Frau Ringhausen und viele andere. Viele Namen bleiben jetzt ungenannt, doch vergessen sind sie keinesfalls.
Wir möchten all denen danken, ohne deren UnterstĂŒtzung es nie möglich gewesen wĂ€re, den Verein mit seinem Tierheim so aufzubauen, wie er sich heute darstellt. Wir danken allen, die uns mit Tatkraft und mit Spenden geholfen haben, die dieses nicht aus Eigennutz heraus getan haben, sondern aus Liebe zum Tier und hoffen auch weiterhin auf Ihre UnterstĂŒtzung.
(Vorstand)